Dienstag, 21. November 2017

Nichts als ein Fake: Das Jamaika Schauspiel der Transatlantiker



Glauben Sie immer noch, dass CDU, FDP und Grüne grundverschiedene Parteien sind, die sich einfach nicht auf eine gemeinsame Regierungskoalition einigen können? Dann sollten Sie mal einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ja, der Schnösel Lindner gibt uns jetzt den „Buh-Mann“, der die „Sondierungsgespräche“ am Sonntagabend einfach platzen ließ. Das ist offenbar die Rolle, die er zu spielen hat in diesem Jamaika-Schauspiel, mit dem die Wähler, ach was das ganze Volk zum Narren gehalten wird.

Transatlantiker unter sich: Steinmeier, Lindner - und BILD...


Die meisten halten das ganze Verhandlungsgedöns immer noch für echt, obwohl es 1) nichts als Theater ist und 2) sowieso egal wäre, welche dieser Vasallen „Regierung“ spielen. Was viele Bürger nicht wissen: Alle Beteiligten an dem „gescheiterten“ Jamaika Gedöns sind mehr oder weniger Mitglieder ein und desselben Vereins: Der Atlantik-Brücke oder ähnlichen transatlantischen Lobbyvereinen. Vereinsmitglieder und Geistesbrüder unter sich, wenn Sie so wollen. Nach außen hin gaukeln sie uns vor, sie seien sich spinnefeind. Nach innen sind sie allesamt Transatlantiker, also Agenten der US-Machteliten.

Angela Merkel gehört dem US-Lobbynetzwerk Atlantik-Brücke ebenso an wie FDP-Chef Christian Lindner. Der Grüne Cem Özdemir war lange Zeit Mitglied und soll Gerüchten zufolge nur deshalb angeblich ausgetreten sein, weil nicht er, sondern erneut Friedrich Merz von der CDU zum Häuptling des Vereins gewählt wurde. Gesinnungsmäßig ist Özdemir allerdings weiter voll auf Linie, zum Beispiel als Beirat der „Atlantischen Initiative“, einem der zahlreichen Ableger des transatlantischen Netzwerkes, das von der Atlantik-Brücke seit 1952 gesponnen wird. Seine einflussreiche Parteigenossin Karin Göring-Eckardt ist auch in der Atlantik-Brücke politisch groß geworden. Nur auf hartnäckiges Nachfragen eines Onlinemagazins gab sie zu, angeblich 2013 ausgetreten zu sein, schweigt sich über die Gründe aber aus (Quelle: heise.de).

Warum also zieren sich Merkel, Lindner und Özdemir so sehr, eine gemeinsame Koalition zu bilden? Da sie geopolitisch alle aus einem Hause stammen und an einem gemeinsamen transatlantischen Strang ziehen, kann der Sondierungsstreit nur als Theater für die Öffentlichkeit betrachtet werden. Als großer Retter in der Not darf nun ein weiterer Transatlantiker die Bühne betreten: Frank-Walter Steinmeier, mit Hilfe seiner transatlantischen Seilschaften inzwischen Bundespräsident geworden.

Den (ebenfalls transatlantischen) Massenmedien entnehmen wir, dass Steinmeier seine Jamaika-Schauspieler ganz theatralisch in sein Präsidentenschloss geladen hat, um ihnen „ins Gewissen“ zu reden. Anders gesagt: Da halten Vereinsmitglieder einen netten Plausch untereinander, lassen sich dabei ablichten und freuen sich über die große Verarsche. Steinmeier, ebenfalls US-Agent und Mitglied des „German Council of Foreign Relations“, führt das Wahl- und Regierungstheater in die nächste Runde. Schon werden Forderungen nach einer Minderheitenregierung zwischen CDU und SPD laut. Was ein Zufall. Ja, auch Martin Schulz gehört natürlich mit zum Verein, er wird u.a. im Jahrbuch der Atlantik-Brücke 2012/2013 gelistet (Quelle: Spiegelkabinett-Blog).

Wer die Zusammenhänge nicht (er)kennt, der hält das ganze Schauspiel am Ende noch für die wahre Demokratie. Sicher ist allerdings eines: Wer auch immer am Ende „Regierung“ spielen darf – es werden immer IHRE Leute sein. US-Agenten in Diensten transatlantischer Seilschaften. Ob Merkel, Lindner, Özdemir oder wer auch immer: Keiner dieser Politiker hätte ohne die transatlantischen Netzwerke jemals Karriere machen und überhaupt so weit kommen können

Was wir brauchen, sind keine Neuwahlen, sondern einen neuen Staat. Einen, der diesen Namen wieder verdient und wo Volksvertreter ihren Namen wieder verdienen, weil uns nicht treten, sondern vertreten und weil sie direkt von uns gewählt werden ohne den verfälschenden Einfluss irgendwelcher Parteien.

Samstag, 18. November 2017

Jamaika Bananenrepublik ohne Regierung oder: Warum waren Sie eigentlich wählen?



Rund 8.445 Kilometer liegt die Hauptstadt Jamaikas von Berlin entfernt und doch könnte man meinen, die Bananeninsel in der Karibik sei uns so nah wie nie zuvor. Nicht nur als beschämender Namensgeber für das Theaterstück der „Sondierungsverhandlungen“ macht- und karrieregeiler Politiker, sondern viel mehr noch als Sinnbild der politischen Zustände in unserem einstigen Wirtschaftswunderland. Für Jamaika wäre die Bezeichnung „Bananenrepublik“ keine Schande, für Deutschland schon. Wähnten wir doch Bananenrepubliken früher irgendwo in der „Dritten Welt“, im afrikanischen Busch oder sonstigen schwach entwickelten Regionen der Erde. Die Realität hat uns dabei längst überholt.

das Machtelitenblatt BILD gibt den Tagesbefehl heraus...


Seit zwei Monaten inszenieren Systemparteien, Systempolitiker und Systemmedien gemeinsam ein tägliches öffentliches Schauspiel um die angeblich so schwierige Regierungsbildung zwischen jenen drei Parteien, die sich warum auch immer dazu berufen fühlen, eine neue Regierung bilden zu müssen. Jamaika nennen sie den Blödsinn. Dem Volk wird dabei vorgegaukelt, dass diese drei Parteien – CDU, FDP und Grüne – so grundverschieden und gegensätzlich wie nur irgend möglich seien und eine Einigung nur unter größten Anstrengungen machbar. Eine glatte Lüge: Insbesondere CDU und FDP verbindet eine lange, gemeinsame Tradition. Und auch die Grünen sind lange schon etabliert. Ihre Spitzenfunktionäre sitzen hinter den Kulissen zusammen mit den Spitzenfunktionären der anderen Parteien am großen Tisch der globalen Machteliten, der transatlantischen Geostrategen und US-Vasallen.

Dem Wähler wird also nach der Bundestagswahl mit der Schmierenkomödie der Regierungsbildung ein zweites Mal Sand in die Augen gestreut. Am Ende sollen wir alle noch dankbar sein, dass sich aus unseren undankbaren Wahlergebnissen überhaupt noch eine halbwegs vernünftige Regierung bilden ließ. Manche Massenmedien versuchten uns in den letzten Wochen schon ein schlechtes Gewissen einzureden, indem sie unverhohlen mit Neuwahlen drohten. Nach dem Motto: Wählt gefälligst besser, dann klappt`s auch mit der Regierung.

Nun aber hat`s der dumme Wähler scheinbar verbockt und die armen Politiker müssen schauen, dass sie das Beste (für sich) daraus machen. Es gibt ja so wahnsinnig viele Themen, bei denen man sich so gar nicht einigen könne. Seltsam, denn eigentlich waren sich alle Politiker aller Bundestagsparteien bisher immer einig, wenn es darum ging a) den Steuerzahler auszuplündern, b) immer mehr Ausländer reinzuholen, c) den Sozialstaat zu zerstören, d) uns durch die EU zu bevormunden. Von Klimadiktatur bis Flüchtlingslüge sind sich die Mächtigen um Merkel, Özdemir & Co. doch völlig einig – alles andere ist nichts als Schauspiel!

Trotzdem müsste sich jeder denkende Wähler langsam fragen: Warum war ich überhaupt wählen? Denn Tatsache ist doch: Egal, was gewählt wird, die Mächtigen machen garantiert etwas anderes daraus, als es vom Wähler gewollt war. Andernfalls müsste ja zum Beispiel die „AfD“ an der Regierungsbildung beteiligt sein, denn vom Stimmenanteil her liegt sie klar vor den grünen und gelben Heuchlern. Aber weder die „AfD“ selbst noch sonst jemand stellte diese Forderung auf. Von Anfang nahm die CDU willkürlich zwei kleine Parteien ihrer Wahl mit ins „Sondierungsboot“. Kritische Nachfragen gab es nicht. Die Massenmedien propagierten sofort die kommende „Jamaika“-Koalition, was nur den Schluss zulässt, dass das schon von vornherein abgestimmt gewesen sein muss, falls das Wahlergebnis es hergibt.

Von der Urlaubsinsel zum Unwort des Jahres: Jamaika (liegt mitten in Deutschland)


Wer „Jamaika“ googelt, landet beinahe nur noch versehentlich bei jener karibischen Insel, die einst ein Inbegriff für ein schönes Urlaubsziel gewesen war. Heute verbinden wir mit diesem Begriff nur noch das jämmerliche Show-Tauziehen abgehalfterter Politmaden in einer abgehalfterten Bananenrepublik. Eine Inszenierung, die uns gerne erspart hätte bleiben dürfen, die aber aus Sicht der Politik dringend notwendig ist, um das Volk weiter verarschen zu können. Immerhin bedeutet eine Koalition aus drei Parteien jede Menge Kompromisse. Das wird doch jeder Bürger einsehen, dass er dann nicht mehr das erwarten darf, was er sich von seiner Partei erhofft hatte. Genau das soll er auch einsehen, darum dieses Schauspiel. Faule Kompromisse wären es, wenn es denn ernst zu nehmen wäre. Aber da der ganze Jamaika-Zinnober nur ein Fake ist, spielt es für die wirkliche Politik keine Rolle.

Eines wird daraus allerdings sehr deutlich: Nicht nur die „Sondierungsverhandlungen“ sind ein Fake, sondern auch die Regierung, die daraus entsteht. Wenn zwei Monate nach einer Wahl immer noch keine handlungsfähige Regierung gebildet werden konnte, dann ist es offenbar völlig egal, ob wir überhaupt eine Regierung haben oder nicht. Mit dem Jamaika-Gedöns offenbaren die Mächtigen vielmehr unfreiwillig ihre eigene Überflüssigkeit. Tatsächlich wird unser Land schon längst nicht mehr von Berlin aus regiert, sondern von Brüssel und Washington. Darum können sich die vermeintlich gewählten Vasallen auch gemütlich viel Zeit beim „Regierungsbilden“ lassen, weil sie selber am besten wissen, dass sie nur pro Forma irgendwelche Ämter bekleiden, während die wirklich wichtigen Entscheidungen für unser Land auch ohne ihr Zutun getroffen werden.

Für Morgen 18 Uhr wird über die Massenmedien mal wieder eine „Deadline“ verkündet. Demnach also soll morgen der letzte Vorhang in diesem Theaterstück gefallen sein. „Deadline“ ist in diesem Fall ein ungewollt treffender Begriff, heißt es doch auf gut deutsch so viel wie Todeslinie. Wo könnte das besser passen, als in Deutschland, wo die Politik alle Zeichen auf den Untergang des eigenen Staatsvolkes gesetzt hat?

Freitag, 10. November 2017

„Die Kohle der Löwen“: ZDF-Satiresendung „Die Anstalt“ nimmt neoliberale Denkfabriken und Sozialstaatsplünderer aufs Korn



Nur einen Tag nach dem politisch unkorrekten „NSU“-Krimi „Dengler – Die schützende Hand“ zur besten Sendezeit legte das ZDF am Dienstag noch einmal politisch unkorrekt nach. Dieses Mal im Visier: Neoliberale Denkfabriken und ihr geheimer Einfluss auf das Handeln der Politik bei Sozialabbau und Privatisierung. Was von etablierten Medien oft und gerne als Verschwörungstheorien verleugnet wird, durfte zumindest in der Satiresendung „Die Anstalt“ am 07.11.2017 plausibel und treffend thematisiert werden. Besonders wichtig auch in diesem Fall: Es wird eine Massenzielgruppe erreicht, die sich ansonsten eher nicht so intensiv mit solchen Dingen beschäftigt. Es ist also ein „Augenöffner“ in der ansonsten linksversifften Mainstream-Medienlandschaft.

sehr schöne Satire auf Maschmeyers "Höhle der Löwen"


Dabei bekam auch der Finanzabzocker Carsten Maschmeyer seine längst fällige Abreibung verpasst. In aller Öffentlichkeit und mit bissiger Satire wurde Maschmeyers aktuelle Fernseh-Verdummungsshow auf VOX – „Die Höhle der Löwen“ – auseinander genommen. Passend umgetauft in „Die Kohle der Löwen“ wurde die billige Investoren-Propaganda für Taugenichtse regelrecht vorgeführt, dass es eine echte Genugtuung für alle war, die Maschmeyers Machenschaften kennen und das Sendekonzept des Polit-Primitivsenders VOX verabscheuen.

Bei der „Kohle der Löwen“ konnte nur ein „Produkt“ überzeugen. Zitat:

„Mit einer als Versicherungsgesellschaft getarnten Drückerkolonne bringe ich die Menschen um ihre Ersparnisse.  Dieses Geld investiere ich dann in eine Geschäftsidee, die nennt sich Cum-Ex und die dient dazu die Gesellschaft auszurauben. Dann setze ich mich ins Fernsehen und verkaufe Grünschnabel-Gründern meine kriminelle Energie als Businesserfahrung und lasse mich in Form einer Hammer Einschaltquote von der Gesellschaft feiern, die ich gerade ausgeplündert habe“.

Wie das Produkt wohl lauten mag? Sie ahnen es schon: „Carsten Maschmeyer“.

In der Tat steckt auch der machtelitenverbundene Carsten Maschmeyer ganz tief im Sumpf der bundesrepublikanischen Politmafia, die dafür verantwortlich zeichnet, dass sich Deutschland auf dem Weg zum Almosen- und Suppenküchenstaat befindet. Einen Löwenanteil daran trägt Maschmeyers Kumpel und Rothschildagent Gerhard Schröder, der während seiner Kanzlerschaft (1998 – 2005) alle „Reformen“ installierte, die aus neoliberaler Sicht nötig waren, damit sich der Staat aus seiner Verantwortung gegenüber dem Volk herausstehlen konnte: Arbeitslose wurden durch die Hartz-Gesetze auf Sozialhilfeempfängerniveau gedrückt, eine gute medizinische Versorgung ist nur noch für höhere Gesellschaftsschichten möglich, die Renten wurden massiv gekürzt, das Rentenalter heraufgesetzt und eine private Rentenvorsorge gefordert.

Und da kommt dann Schröders Busenfreund Maschmeyer wieder ins Spiel, der diese Steilvorlage dankbar aufnehmen und mit seinem AWD faule private „Vorsorgeleistungen“ verschachern konnte. Ob das „Zufall“ war oder geplant, das lässt sich bis heute nicht beweisen, aber die Vermutung liegt mehr als nahe, wie auch ein Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom 13.11.2014 belegt:

"Es geht darum, ob Schröder während seiner Zeit als Kanzler die Riester-Rente, also das System der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, auf Betreiben Maschmeyers hin so weiterentwickelte, dass es dessen Finanzdienstleister AWD zugutekam - und dafür im Gegenzug bedacht wurde, wenn auch erst nach Ende seiner Amtszeit.“

Raubtiere unter sich: Schröder und Maschmeyer


Beweisen könnten die Buchautoren das laut SZ nicht, aber Lobbyismus sei eben oft auch schwer zu beweisen. Weniger schwer zu beweisen ist hingegen, dass Maschmeyer die Kanzlerkandidatur von Gerhard Schröder 1998 massiv mit teuren Werbekampagnen unterstützt hat. Da wäscht eine Hand immer die andere, auch wenn Maschmeyer sicher nicht das maßgebliche Rädchen im Getriebe sein dürfte, denn Privatisierung und Sozialstaatsabbau wurden hinter den Kulissen der globalen Agenda geplant, wie auf den Nachdenkseiten zu lesen steht:

"Entworfen hatte die Agenda 2010 ein kleiner Zirkel von Schröder-Vertrauten im Kanzleramt. Indirekt war auch die Bertelsmann Stiftung, welche die Regierungspolitik der Bundesrepublik seit Schröders Amtsübernahme 1998 stärker beeinflusste, an den Vorarbeiten beteiligt. „Das Grundkonzept der Agenda 2010 hat eine neoliberale Tendenz und stammt aus den angelsächsischen Ländern."

Womit wir wieder beim globalen Netzwerk neoliberaler, marktradikaler Denkfabriken wären, die in der ZDF-Satiresendung vom letzten Dienstag aufs Korn genommen wurden. Eine davon ist z.B. die „Friedrich A. von Hayek-Stiftung“, die in letzter Zeit in die Schlagzeilen geriet, weil sie gemeinsam mit der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) zu den Geburtshelfern der „Alternative für Deutschland“ (AfD) gehört. Beide Denkfabriken werden teilweise von ranghohen Politikern in der BRD repräsentiert und vor allem die INSM ist ein besonders aktiver Brandstifter, wenn es um Sozialabbau und Verschleudern von Volksvermögen geht.

Aufklärung über die Rolle von Denkfabriken auf satirische Art - gut gelungen!


Dass die „AfD“ ein staatlich-neoliberales „U-Boot“ ist, darüber haben wir in diesem Blog schon vor längerem berichtet. Die Gründer dieser Partei sind durchweg Leute aus machtelitären Gesellschaftskreisen, die sich für Sozialabbau, Hartz IV-Almosen und Privatisierung stark machen. Ohne diesen Hintergrund hätte es die „AfD“ niemals in den Bundestag geschafft oder besser gesagt: schaffen dürfen. Wer diesen Bundestagseinzug bejubelt, weil er auf eine politische Wende zugunsten des Volkes hofft, für den wird es noch ein böses Erwachen geben. Im Gewande des scheinbaren Volkstribuns wird die AfD als trojanisches Pferd neoliberaler Netzwerke das von Gerhard Schröder begonnene Werk der Sozialstaatszerstörung weiter fortsetzen.

Sehr erfreulich, dass diese Zusammenhänge in der ZDF-„Anstalt“ vom Dienstag näher beleuchtet wurden. Ausnahmsweise also an dieser Stelle mal ein ausdrückliches Lob für das Zweite.

Mittwoch, 8. November 2017

Großinvestor Kühne erpresst mit Hilfe der Medien den Bundesligisten HSV – Zukunft oder Abgesang des Fußballs?



Wer sich bei den falschen Leuten Geld leiht, muss damit rechnen, dass er irgendwann erschossen auf der Straße liegt. Das gilt im übertragenen Sinne auch für Fußballvereine der höchsten deutschen Spielklassen, die sich längst als Spekulationsobjekte im Visier globaler Investoren befinden. Böse Zungen sprechen auch von einer globalen Sportbusiness-Mafia, die seit den 1990er Jahren eine gezielte Kommerzialisierung des Profifußballs vorantreibt, um fette Profite damit zu machen. In der Regel handelt es sich um global agierende Konglomerate, arabische Scheichtümer oder chinesische Staatskonzerne. Aber auch einzelne Superreiche „gönnen“ sich nebenbei einen Fußballclub als Humankapital und persönliches Aushängeschild.

Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Bundesliga

Problematisch ist das vor allem für traditionelle Vereine, die bei ausbleibendem sportlichen Erfolg aus der neuen Zwei-Klassen-Gesellschaft der Sportmafia ausscheiden und sich dann kaum mehr eine erfolgsorientierte Teilnahme an der nationalen Bundesliga leisten können. Durch Korruption auf höchsten Funktionärsebenen und mit Hilfe der Politik wurde die Fußballbundesliga in einen Konzern umgewandelt sowie eine ganz neue Europaliga geschaffen, die es früher so nicht gab. Mehr Ligen, mehr Profit. Finanziell gut dastehen können seitdem nur noch jene Vereine, die sich regelmäßig für die Teilnahme an den europäischen Superligen, vor allem an der „Championsleague“, qualifizieren. Man kann das mit dem künstlichen Konstrukt der EU vergleichen, welches den Völkern Europas – ebenfalls ohne zu Fragen – einfach als übernationales Herrschaftsinstrument übergestülpt wurde.

Drohungen des Großinvestors mit Hilfe der Medien


Kühnes Geschäftsmodell: Schuldenerlass gegen Anteile

Der Hamburger SV gehört leider zu den Kellerkindern dieser neuen Zwei-Klassen-Gesellschaft. Der sportliche Erfolg blieb zu lange aus, die Ursachen dafür sind vereinsinterne Misswirtschaft und eine lange Kette zahlreicher, teurer Fehlentscheidungen. Auf jeden Fall fehlt dem Verein das Geld an allen Ecken und Enden. Als Privatmann würde man in dieser Lage wohl bei keiner seriösen Bank mehr Kredite erhalten und müsste sich bei irgendwelchen Dunkelmännern zu Wucherzinsen das Geld leihen. Im Profifußball ist das kaum anders, es klingt nur seriöser, wenn dort von Mäzen, Gönnern oder Investoren gesprochen wird. Sicherlich war der HSV erst einmal dankbar, dass ausgerechnet der erfolgreichste deutsche Spediteur Klaus-Michael Kühne sein Herz für den Verein (wieder?) entdeckte und munter seine Millionen fließen ließ.

Ab 2010 sind Investitionstätigkeiten von Kühne öffentlich nachvollziehbar. Ob er schon zu früheren Zeitpunkten Geld investierte, kann hier nicht gesagt werden. Kühnes Geschäftsmodell: Dem Verein Geld leihen, wohlwissend dass die Chance auf Rückzahlungen eher gering ist, und dann die Schulden in Besitzanteile umwandeln. Zunächst waren es „lebende“ Anteile in Form von Transferrechten an Spielern, später nach Ausgliederung der Profifußballabteilung dann Besitzanteile an der HSV Fußball AG. Das Verhältnis ist dabei ähnlich wie zwischen Dealer und Junkie. Über 100 Millionen hat Kühne schon in den abhängigen Verein „hineingepumpt“ und sich auf diese Weise mittlerweile schon über 20 Prozent der AG-Anteile unter den Nagel gerissen.

Hört sich böse an, wo es doch immer heißt, dass Herr Kühne ein Herz für den HSV hätte und doch nur Gutes für den Verein tun möchte. Aber wie glaubhaft ist das angesichts seiner immer neuen Drohungen und Forderungen? 

Auch BILD hilft Kühne gerne mit großen Schlagzeilen


Erpressung mit Hilfe der Medien

Auch ganz aktuell geistern wieder Schlagzeilen durch die Medien: „Investor Kühne droht dem HSV. Dreht er den Geldhahn zu?“ (Quelle: t-online, 07.11.2017). „Kühne droht mit Rückzug“ (Quelle: BILD, 07.11.2017). Tatsächlich verfolgt Kühne ein klares Konzept der schrittweisen Einflussnahme und Inbesitznahme, anders kann man seine neuesten Äußerungen kaum deuten. Er wolle dem HSV nur dann weiterhin finanzielle Unterstützung gewähren, "wenn sie auch über den von mir befürworteten, unabhängigen und kompetenten Aufsichtsrat verfügt und es diesem gelingt, Persönlichkeiten für die Führung der HSV Fußball AG zu gewinnen, die über große Managementqualität und -erfahrung verfügen." (Quelle: t-online, ebenda).  Auf NDR 90,3 hieß es, dass Kühne diese Forderung als „HSVPlus 2“ bezeichnen würde, eine Anspielung auf das „HSVPlus“-Konzept, dass 2014 zur von Kühne gewünschten Ausgliederung der Profiabteilung in eine AG führte.

Wenn Kühne weiß, dass der Verein mangels anderer Großinvestoren auf seine Kredite angewiesen ist, dann kann man seine Forderung durchaus als glatte Erpressung ansehen. Offenbar versucht Kühne über seinen finanziellen Einfluss die Zusammensetzung des Aufsichtsrats zu diktieren und da sind ihm gewisse Leute scheinbar ein Dorn im Auge, weil sie möglicherweise nicht so sehr nach seiner Pfeife tanzen würden, wie z.B. sein Adlatus Gernandt. Herrn Kühne scheint es egal zu sein, dass er mit solchen öffentlichen Mätzchen eine völlig unnötige Schmutzkampagne gegen den HSV lostritt und einen Imageschaden anrichtet. Und zwar zum wiederholten Male. Das spricht allerdings auch dafür, dass sein interner Einfluss nicht so groß zu sein scheint, wie manche es befürchten. Noch nicht zumindest.

Schleichende Übernahme trotz 50+1

Trotzdem droht dem HSV eine schrittweise Enteignung durch Investoren wie Herrn Kühne, deren wirkliche Absichten alles andere als klar sind. Kühnes Vorgehen und sein auffälliger öffentlicher Einsatz für den Wegfall der „50+1-Regel“ sprechen nicht wirklich für Vereinsliebe, sondern eher für eine clevere Geschäftsstrategie nach dem „Griechenland-Prinzip“: Immer mehr Kredite bedeuten immer mehr Einfluss und irgendwann gehört einem der Laden. Vielleicht würden heute, drei Jahre nach der Ausgliederung, nicht mehr so viele Vereinsmitglieder „Hunke raus, Hunke raus“ rufen, denn der Mann hatte recht. Eine Fraktion um den damaligen Aufsichtsrat hatte „HSVPlus“ zu verhindern versucht, denn das wäre „fast wie eine Beerdigung“, wie Hunke zu Recht sagte (Quelle: WELT). Seine Sorge, dass Hegdefonds oder andere „Heuschrecken“ die Fußball AG übernehmen könnten, erfüllt sich schleichend Stück für Stück.

Auch wenn die „50+1“-Regel in nächster Zeit noch nicht fallen sollte, könnten Vereine wie der HSV trotzdem bald unter den Hammer kommen, wie das Modell RB Leipzig zeigt. Denn die Regel, die deutsche Vereine derzeit noch vor dem totalen Ausverkauf zu schützen scheint, verbietet entgegen landläufiger Meinung eben nicht, dass Investoren die Mehrheit an einer Spielbetriebs-GmbH besitzen dürfen (Quelle: Bericht auf mz-web). Unter dem wachsenden Druck der Geldsorgen können interne Regelungen, nach denen z.B. bei der HSV Fußball AG maximal 24,9 % der Anteile veräußert werden dürfen, schneller fallen als man denkt. Für alle, die schon mit Begeisterung der verhängnisvollen Ausgliederung in einen AG-Konzern zugestimmt hatten, wäre es nur der nächste logische Schritt.

Dabei sieht selbst der damalige Ausgliederungsinitiator Ernst-Otto Rieckhoff mittlerweile ein, dass das Konzept „HSVPlus“ gescheitert ist und den HSV noch tiefer in die Schuldenfalle geführt hat. Was Rieckhoff laut Abendblatt-Bericht besonders störte war, dass sich die HSV-Verantwortlichen selbst in die Zwangslage versetzt hätten, "zum falschen Zeitpunkt und zu einem völlig inakzeptablen Kurs eine Umwandlung von Darlehen in Eigenkapital vornehmen zu müssen. Ein solcher Schritt war ausschließlich zur unverzichtbaren Entschuldung geschaffen worden, nicht zur weiteren Verschuldung mit damit verbundener Zwangsumwandlung."

Entscheidungen werden bei Kühne + Nagel getroffen

Ähnlich bewerten das auch organisierte HSV-Anhänger von der Nordtribüne in ihrer Bestandsaufnahme vom Januar dieses Jahres:

Hinsichtlich der Finanzen war das oberste Ziel der Schuldenabbau. Dies sollte auch unter Einbindung „strategischer Partner“, die Vereinsanteile erwerben, geschehen, wobei der HSV „das Sagen behalten“ sollte und mehrere Partner eingebunden werden sollten. Der Schuldenabbau hat nicht stattgefunden, stattdessen gab es jedes Jahr ein sattes Transferminus, allein diese Saison in Höhe von über 30 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten waren auf rund 100 Millionen Euro gestiegen, wobei bis auf verbleibende 10% die verfügbaren Vereinsanteile schon verkauft worden bzw. gegen den Erlass von Darlehen getauscht worden sind.

Trotz totaler kommerzieller Ausbeutung könnte sich der HSV nach Einschätzung der Fans nicht einmal durch eine Europaleague-Teilnahme aus der erdrückenden „Vereinsliebe“ des Herr Kühne befreien, denn dann würden sich die Verbindlichkeiten um weitere „38 Millionen zuzüglich diverser Prämien für Kühne erhöhen. Eine Summe, die zumindest in der Europaleague nicht zu erwirtschaften ist“. Großinvestor Kühne wird also wohl auch weiterhin Vereinsanteile gegen Schuldenerlass erhalten. Das Versprechen der Ausgliederungsinitiatoren, dass der HSV Herr im eigenen Hause bleibt, sehen die Fans als gebrochen an, denn es sei festzustellen, „dass alle wichtigen Entscheidungen nicht im Volkspark getroffen werden, sondern in der Zentrale von Kühne + Nagel“.

Der Verein bleibt also erpressbar hoch Drei – darüber kann auch der von Kühne aus taktischen Gründen befristet zurück gekaufte Stadionname „Volksparkstadion“ nicht hinwegtäuschen. Vielmehr zeigt auch der Irrsinn mit den perfide kommerzialisierten Stadionnamen, die mittlerweile allerorten die Namen von Konzernen tragen und somit einen wichtigen Teil unserer Fußballkultur ausgelöscht haben, dass etwas grundsätzlich falsch läuft im deutschen Profifußball. Leute wie Kühne oder auch Martin Kind, der Hannover 96 zu seinem ganz persönlichen Konzern machen will, sorgen dafür, dass die falsche Entwicklung weitergeht. Gemeinsam trafen sich die beiden unlängst unter großem Mediengetöse (Quelle: Abendblatt), um ihre Propaganda gegen die 50+1-Regel zu intensivieren.

Totale Ausbeutung Dank EU-Gesetzen?

Es steht zu befürchten, dass der ohnehin schon von gewissenlosen DFB/DFL-Funktionären ausgehöhlte 50+1-Schutz unserer Vereine bald von der EU endgültig zerschossen wird. Die Brüsseler Diktatoren haben schon vor langer Zeit die passenden „Wettbewerbsgesetze“ geschaffen, mit denen EU-weit alles (dem Erdboden) gleich gemacht werden kann ohne Rücksicht auf gewachsene Traditionen und Kulturen. Das klappt natürlich nur, weil die Vereine mittlerweile als Unternehmen agieren und deshalb auch wie Unternehmen behandelt werden. Die Wurzel des Übels ist also die Umwandlung, das Ausgliedern in GmbHs oder AGs. Dazu wurden die Vereine regelrecht getrieben, dahinter stecken gerissene Agenturen und Lobbyisten, die das Fußballgeschäft in Nachbarländern wie England oder Frankreich bereits bis zur Perfektion pervertiert haben. Der Nährboden für deren Agenten, pardon „Beratungs“tätigkeit ist überall gleich: Schuldenberge und / oder Größenwahn.

Raus aus der Schuldenfalle

Bundesligavereine wie der HSV oder Hannover 96 müssen sich dieser kriminellen „Geschäftsmodelle“ und Großinvestoren entledigen, ehe es zu spät ist. Wer Schulden hat, muss einen Schnitt machen, sein Leben neu ordnen und wieder klein anfangen. Damit wird man seine Schulden los. Sich aber auf Großinvestoren und dahinterstehende Konzerne einzulassen, macht den Schuldenberg immer größer bis man gar nicht mehr aus dieser Abwärtsspirale herauskommt. Da helfen irgendwann auch sportliche Spitzenleistungen nicht mehr, wie wir an den Handballern des HSV gesehen haben. Die gingen Konkurs, obwohl sie sportlich immer ganz oben waren.

Eine ketzerische Frage zum Schluss: Woher wissen wir eigentlich, ob Herr Kühne wirklich nur auf eigene Faust handelt oder ob da noch ganz andere Interessen und Lobbyisten hinter seiner Strategie stehen?